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Für Schimmel (Mikroorganismen) haben wir einen Mykologen im Team

Dr. Riedl untersucht volkskundliches Kulturgut im NÖ Landesmuseum

Schimmel ist überall, auch in Archiven und Bibliotheken. Einige der Pilze etc. sind gesundheitsgefährdend. Wir bieten Kontaminationsuntersuchungen und Gutachten zur Gesundheitsgefährdung in Bibliotheken, Archiven und Graphischen Sammlungen, Museen etc.

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 MIKROORGANISMEN in Bibliotheken, Archiven und Museen

 

 

Mikroorganismen, in erster Linie Pilze, daneben winzige Tiere und Bakterien, besiedeln bei bestimmten Außenbedingungen, besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit, auch Papier und andere Materialien, die bei der Herstellung von Büchern Verwendung finden oder früher fanden, z.B. Leder und Pergament. Sie erzeugen einerseits unschöne Flecken, andererseits vermindern sie die Festigkeit durch Zerstörung des molekularen Gefüges. Aber auch für den Menschen sind sie mitunter nicht ungefährlich, da einige von ihnen Gifte enthalten, die meisten aber bei dafür anfälligen Personen allergische Reaktionen auslösen. Die Sporen der Pilze sind meist in der Raumluft vorhanden, was bedeutet, dass ihre spezifische Zusammensetzung stark von der Umgebung abhängt. Papier wie pflanzliche Materialien, meist abgestorbene Blätter oder Stängel, haben als einen ihrer Hauptbestandteile Zellulose, weshalb eine Infektion meist durch Arten erfolgt, die von abgestorbenen Pflanzenteilen ihren Ausgang nimmt. Daneben spielen aber auch Schimmelarten eine große Rolle, die auf nahezu allen Substraten wachsen können, wenn die geeigneten klimatischen Bedingungen erfüllt sind. Als Schimmel bezeichnet man allgemein jene mikroskopisch kleinen Pilze, die Fadengeflechte bilden, an denen sich die ungeschlechtlich entstehenden Sporen unmittelbar entwickeln. Aber auch Geschlechtsformen mit Bildung von kugeligen, schwarzen Fruchtkörpern, die weniger als 1mm im Durchmesser erreichen, kommen vor, besonders die als Chaetomium globosum bezeichnete Schlauchpilzart, seltener vor allem bei großer Trockenheit die winzigen gelben Fruchtkörper eines häufigen, blaugrünen Gießkannenschimmels (Eurotium, bzw. Aspergillus).

 

Häufig sind die blau- oder graugrünen Rasen von Pinselschimmel- (Penicillium) und Gießkannenschimmelarten, deren nur 1 bis 2 Tausendstel Millimeter große Sporen in ungeheuren Massen produziert werden und überall vorhanden sind. Sie können allergische Erkrankungen vor allem der Atmungsorgane bewirken, sind aber relativ leicht zu bekämpfen, da sie vor allem oberflächlich wachsen. Dazu kommen rosa gefärbte Arten von Trichothecium roseum. Auf Leder und Pergament, die chemisch den Stickstoff enthaltenden Strukturproteinen unserer Nägel und Haare verwandt sind, ist vor allem das durch leuchtend gelbe Farben ausgezeichnete Chrysosporium merdarium charakteristisch, das seinen Artnamen von der Gerberlohe herleitet.

 

Sich viel langsamer entwickelnd und weniger weit ausbreitend, dafür tiefer ins Substrat eindringend und durch dunkle, relativ dicke Zellwände ausgezeichnet und darum viel schwerer in den Griff zu bekommen sind die schwärzlichen Schimmelarten, unter denen vor allem

Vertreter der auf verschiedensten Substraten häufigen Gattung Cladosporium, die auf lebenden und toten Pflanzenteilen verbreiteten Alternaria-Arten, das weinrote Flecken erzeugende, kleine, schwarze Sporenhäufchen bildende Epicoccum nigrum und der Schwarzschimmel Stachybotrys. Während Cladosporium- und Alternaria-Arten nur gelegentlich allergische Reaktionen bewirken, ist Stachybotrys stark giftig und darum auch für den Menschen nicht ungefährlich. Die schwarzen Hefepilze der Gattungen Exophiala und Aureobasidium treten in Bibliotheken und Archiven seltener auf, sind aber gleichfalls Krankheitserreger.

 

Zur Beurteilung möglicher Gefahren ist die Bestimmung der Pilze notwendig. Auch hinsichtlich der wirksamsten Bekämpfung bestehen Unterschiede. In allen Fällen gilt, dass Vorbeugung durch Schaffung von Umweltbedingungen, die der Entwicklung der Pilze abträglich sind, besser ist als Heilung, wenn einmal ein Befall festgestellt wurde. Wirksame Mittel zur Abtötung können etwa auch dem Material, auf dem die Pilze gewachsen sind, durch Aufbrechen der Fasern in kürzere Abschnitte, die weniger gegen weiteren Befall geschützt sind, Schaden zufügen. Bisher konnte unter Biologen und Restauratoren noch keine klare Einigung erzielt werden, welche Methoden die in jeder Hinsicht besten Resultate liefern. Dabei ist zwischen chemischen und physikalischen Maßnahmen zu unterscheiden. Bei den ersteren spielt die Anwendung von sogenannten Fungiziden, gegen Pilze wirksamen Giften in flüssiger oder gasförmiger Phase die wichtigste Rolle. Eine Mittelstellung nehmen Methoden zur Entsäuerung des Substrats ein, da bekannt ist, dass Pilze im Gegensatz zu Bakterien leicht saure Substrate bevorzugen. Unter den rein physikalischen Methoden sind verschiedene Formen von Bestrahlung, vor allem mit Gamma- und Röntgenstrahlen zu nennen. Hier Klarheit zu schaffen ist eines der wichtigsten Forschungsziele des Europäischen Forschungszentrums für Buch- und Papierrestaurierung in Horn.

 

Als neues Forschungsbereich ergab sich erst in den letzten Jahren die Untersuchung des synergistischen Zusammenwirkens verschiedener Organismengruppen, etwa von Buchläusen (Psocoptera) als Lieferanten von Stickstoffverbindungen für das Pilzwachstum, oder von Pilzen mit noch nicht genau bestimmten Bakterien, wie es beispielsweise bei der Entstehung von Stockflecken angenommen wird,

bei denen besonders austrocknungsresistente Arten des Gießkannenschimmels gemeinsam mit Bakterien nachweisbar sind, die vermutlich die Bildung sogenannter Melanoidine in dem als Maillart-Reaktion bezeichneten chemischen Prozeß beteiligt sind. Das Europäische Forschungszentrum will auch hierfür wesentliche Einsichten gewinnen. 

 

Doz. Dr. Harald Riedl hat die Aufgabe übernommen, für die Beantwortung aller Anfragen, die das Auftreten von Mikroorganismen auf Büchern und Archivmaterialien betreffen, zur Verfügung zu stehen. (06505871877 oder 066473623560)